Museen mit Angebot für Alle – Inklusive Ausstellungen

Die Liste ist permanent in Arbeit. Anregungen und Mithilfe bei der Erweiterung der Liste sind sehr willkommen (Kommentarfeld ganz unten).

Es geht hier nur um Museen und Ausstellungen, die auch spontan besucht werden können. Wir begrüßen zwar ausdrücklich auch die speziellen Führungen für Blinde und Sehbehinderte, die manche Museen meist monatlich anbieten, doch entspricht das noch nicht ganz der Vorstellung einer inklusiven Gesellschaft.

Besser: Manche Museen bieten gern spontan die Begleitung eines fachkundigen Mitarbeiters an. Dazu einen Satz gefühlsechte Handschuhe für den Besucher, wenn es sich um besonders empfindliche Exponate handelt. Man darf als Blinder auch Absperrungen öffnen und an viele Exponate rangehen. Von ausgewählten Gemälden werden Reliefs angeboten, von Skulpturen Abgüsse und von Großexponaten Modelle. Ein Museumsführer und das Orientierungs- und Beschriftungssystem wird zusätzlich in Blindenschrift angefertigt.

Diese Maßnahmen sind weder unbezahlbar, noch undurchführbar. Ja, es kostet auch Geld, aber der zur Zeit herrschende Verstoß gegen die Menschenrechte von über einer Mio. Blinden und Sehbehinderten und gegen unser Grundgesetz ist nicht hinnehmbar in einem zivilisierten Rechtsstaat.

Gleichberechtigung ist, mit den Händen sehen zu können, was Sehende mit den Augen sehen.

Ein gutes Beispiel, leider bereits abgelaufen, aber interessant um zu erfahren, wie ein Museum seine Werke zugänglich macht.


Berlin

Berlinische Galerie

Die Berlinische Galerie ist auf dem Weg zu einem Museum für alle — und zeigt eine barrierefreie Sammlungspräsentation von sieben Kunstwerken.
»Kunst in Berlin 1880–1980« wird zugänglich für blinde und sehbehinderte Menschen.
Inklusiver Ausstellungsrundgang mit sieben Tastmodellen, einer inklusiven Audiotour auf deutsch und englisch mittels App und taktilem Leitsystem. Zudem werden Tastführungen angeboten. Auch einen taktilen Übersichtsplan gibt es in Braille. Ein guter Anfang und insgesamt sehr nachahmenswert für alle Museen!
Pressemitteilung der BG und ein Beitrag in der Abendschau des rbb.

Ein taktiles Bodenleitsystem ermöglicht einen eigenständigen Ausstellungsbesuch für blinde Besucher. (Foto © Anderes Sehen)

»Straßenlärm« von Otto Möller, 1920 (Foto © Anderes Sehen)

Taktiler Orientierungsplan mit Braille  (Foto © Anderes Sehen)

Sieben Taststationen, die nicht explizit für blinde Besucher gekennzeichnet sind, laden zum Betrachten ein. (Foto © Anderes Sehen)

Tastmodell zu Eugen Spiros »Tänzerin Baladine Klossowski« (Foto © Anderes Sehen)

Deutsches Historisches Museum DHM 

Das Deutsche Historische Museum setzt ein weiteres barrierefreies und inklusives Projekt mit der Ausstellung »Deutscher Kolonialismus. Fragmente seiner Geschichte und Gegenwart« um.

Ausstellung für alle: mit inklusiven Kommunikations-Stationen und taktilem Leitsystem inklusive Audioguide mit Audiodeskriptionen
Kernstück des inklusiven Konzepts sind die »Inklusiven Kommunikations-Stationen«: Gleichberechtigt angeordnete Texte in deutscher, englischer, Leichter Sprache und in Brailleschrift sowie Videos in Deutscher Gebärdensprache und Audiodeskriptionen machen die Ausstellung vielen Menschen zugänglich. An jeder der 16 Stationen wird ein Objekt bzw. ein Thema auf eine Weise präsentiert, die gleichzeitig viele Sinne anspricht und damit die Geschichte des deutschen Kolonialismus leichter verständlich macht.
Vorbildlich!

Deutsches Technikmuseum

Das Deutsche Technikmuseum Berlin hat vieles zu bieten, was man direkt anfassen kann: Boote, Schiffe, Loks, Flugzeuge von allen Seiten und auch Bauteile – historisch oder modern. Wenige allerdings als Modelle ohne Glaskasten. Blinde dürfen auf Nachfrage an der Kasse sogar hinter die Absperrungen und dort die sonst nicht anfassbaren Objekte bestaunen. Eine insgesamt sehr erfreuliche Erfahrung! Auch der taktile Übersichtsplan und alle wichtigen Infos liegen in Braille vor. Museen, bitte nachmachen!

Das Netz taktile Station mit Punktschrift und Audio Button im Deutschen Technik Museum Berlin

Taktile Station mit Punktschrift und Audio Button im Deutschen Technikmuseum Berlin

Das klingende Museum

In Berlin und Hamburg gibt es das klingende Museum, in dem alle Musikinstrumente angefasst und ausprobiert werden können. Großer Spaß und viel zu lernen für Kinder. Freundliches Personal.

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen

10707 Berlin, Eingang am Ge­bäude Köllnischer Park 3: Stadtmodelle: „Sprechendes Tastmodell – Berlin“. Mit dem Tastmodell der Berliner Innenstadt im Maßstab 1:2000 können auch jene einen Überblick und Detailblick gewinnen, die sehbehindert oder blind sind. Auf dem Tastmodell sind einige Sehenswürdigkeiten vergrößert und erhöht an einem Metallstab dargestellt; sogenannte Lupenmodelle im Maßstab 1:300. Drei große Tastmodelle im Maßstab 1:100 vom Brandenburger Tor, der Siegessäule und dem Fernsehturm stehen für Sie in unmittelbarer Nähe ebenfalls zur Verfügung. Auf Wunsch erhalten Sie am Info-Tresen auch ein Audio-Set (Smartphone und Reader), um am Innenstadtmodell akustisch Informationen über 150 Sehenswürdigkeiten zu erhalten. Insgesamt stehen 4 Sets zur Verfügung. Wegen der Öffnungszeiten fragen Sie unter 030 9025-1525 an.

Die Welt muss begreifbar sein. Ausstellung mit Stadtbild zum Anfassen

Die Welt muss begreifbar sein. Ausstellung mit Stadtbild zum Anfassen

Ausstellung mit Brandenburger Tor zum Anfassen

Die Welt muss begreifbar sein. Ausstellung mit Brandenburger Tor zum Anfassen

Wanderausstellung «Andere Augen – eine Ausstellung über das Sehen».
Falls die Ausstellung wieder zu entdecken ist, erfahren Sie das hier.

Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt

Die Werkstatt des blinden Fabrikanten in den 40er Jahren, der seine blinden Mitarbeiter vor den Nazis versteckte. Beschriftung in Braille, Audioguides speziell für Blinde und Sehbehinderte.

Spezielle Führungen bieten an:

Deutsche Bank KunstHalle –
Führungen für blinde & sehbehinderte Kinder und Erwachsene

Logo DB Kunsthalle BerlinIn Zusammenarbeit mit dem Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin, unter der Leitung von Dr. Silke Feldhoff finden in der Deutschen Bank KunstHalle Führungen für blinde Kinder (und Erwachsene) statt.

Deutsche Bank KunstHalle Familienworkshop

Deutsche Bank KunstHalle Familienworkshop

Wichtig:
Voranmeldungen sind unbedingt erforderlich, denn sonst finden die Führungen nicht statt!
Verbindliche Anmeldungen unter 030-202093-11 oder db.kunsthalle@db.com
Die aktuellen Führungen finden Sie unter deutsche-bank-kunsthalle.de/kunsthalle/de/kalender/kalender.html oder in unserem Terminkalender.

Staatliche Museen zu Berlin | Altes Museum —
Inklusiver Workshop für Kinder und Familien

Hands-on! Die Staatlichen Museen bieten erstmals ab Oktober 2016 einen inklusiven Workshop für Kinder und Familien im Alten Museum an. Kinder mit und ohne Beeinträchtigung lernen zusammen mit ihren erwachsenen Begleiter_innen die antike Welt der Griechen und Römer kennen. Erfahrene Kulturvermittler_innen begleiten sie in dem zweistündigen Angebot.
»Inklusive« und aktuelle Termine der Staatlichen Museen zu Berlin finden Sie in unserem Terminkalender; hier das gesamte Angebot der Staatlichen Museen zu Berlin für Kinder und Familien und die kommenden Veranstaltungen. Melden Sie sich hierfür auch bei deren Newsletter an.

Inklusiver Familienworkshop im Alten Museum, Staatliche Museen zu Berlin Preußischer Kulturbesitz

Inklusiver Familienworkshop im Alten Museum: »In Hülle und Fülle: Was ist Glück?«

Eine Anmeldung ist bis drei Werktage vor Veranstaltungsbeginn erforderlich. Der Eintritt in die Staatlichen Museen zu Berlin ist für Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr frei. Eltern zahlen den Teilnahmebeitrag zzgl. Eintritt. Bitte geben Sie bei der Buchung an, welche Unterstützung ihr Kind benötigt. Gegebenenfalls sind für je eine Begleitperson Eintritt und Teilnahmegebühr frei. Barrierefreier Zugang an der Straße am Lustgarten.
Bitte unbedingt anmelden, denn sonst finden die Workshops nicht (mehr) statt!


Chemnitz

smac – Staatliches Museum für Archäologie

Archäologie modern und multimedial – so erleben die Besucher 300.000 Jahre Menschheits- und Kulturgeschichte im smac. Taktile Übersichtspläne im Foyer und in allen Ausstellungsetagen ermöglichen Blinden und Sehgeschädigten die Orientierung. Die Hörführung umfasst neben einem deskriptiven Audioguide auch ein taktiles Leitsystem, Nachbildungen wichtiger Exponate und Relieffolien zum Ertasten sowie Objektkennungen in Pyramiden- und Brailleschrift. Den Audioguide erhalten Sie kostenfrei zur Eintrittskarte dazu. Die Hörführung ermöglicht Ihnen einen spontanen Besuch der Ausstellung zur Archäologie in Sachsen. Mehr Informationen zu inklusiven und barrierefreien Angeboten auf www.smac.sachsen.de/barrierefreiheitVorbildlich!

Taktile Tafeln mit Relief- und Punktschrift (Braille) machen die berührbaren Exponate auch für blinde und sehbehinderte Besucher erlebbar! Foto: © smac | Mark Frost

Taktile Tafeln mit Relief- und Punktschrift (Braille) plus ertastbare Exponate und zusätzlichem Audioguide: In dieser Form auch für blinde und sehbehinderte Archäologie-Interessierte zugänglich! Foto: © Tactile Studio

Ein Museum für alle! Foto: © smac | Mark Frost

Erfühlbare Exponat plus taktile Schriften — Zugang für Alle! Foto: © Tactile Studio

Foto: © smac | Mark Frost

Foto: © smac | Mark Frost

 

 

 


Dresden

Deutsches Hygienemuseum

Das Deutsche Hygienemuseum in Dresden hat sich eine Auszeichnung für Barrierefreiheit verdient, denn die Dauerausstellung „Abenteuer Mensch“ und große Teile  der temporären Ausstellungsobjekte sind tastbar und die Räume haben einen tastbaren Übersichtsplan. Die Dauerausstellung ist für Rollstuhlfahrer, blinde, seh- und hörbehinderte sowie lern- oder geistig behinderte Besucher barrierefrei erschließbar.


Düsseldorf

Stadtmuseum Düsseldorf

Das Stadtmuseum Düsseldorf hat einen „Blindenpfad“, auf dem einige Exponate der Sammlung ertastet werden dürfen. Zudem gibt es Beschreibungen der Exponate des Pfades in Braille- und Großschrift. Weiterhin werden Führungen angeboten.


Duisburg

LehmbruckMuseum

In Duisburg: Das LehmbruckMuseum zeichnet sich durch eine in Europa singuläre Sammlung von internationaler Skulptur der Moderne, die einzigartige Kombination von herausragender Museumsarchitektur und Skulpturenpark sowie durch seine Skulptur im Stadtbild aus. Das Museum bietet jederzeit spezielle zweistündige Führungen zu 60€ an mit sehr ausführlichen Beschreibungen durch den Führer. Auch für Menschen mit anderen besonderen Bedürfnissen. Eine selbständige Begehung ohne Führung ist möglich. Blinde Menschen haben jederzeit die Möglichkeit einige Exponate der Sammlung haptisch zu erfahren. An der Kasse liegt eine Liste der freigegebenen Kunstwerke, zumeist Skulpturen aus Bronze, mit einem speziellen Audioguide. Unregelmäßig gibt es auch Sonntags spezielle Veranstaltungen für Blinde und Sehende. Z.Zt. wird aus konservatorischen Gründen über eine Ausgabe „gefühlsechter“ Handschuhe nachgedacht.


Frankfurt

Dialogmuseum

Blinde Menschen werden zu Botschaftern einer Kultur ohne Bilder.


Haltern am See

LWL Römermuseum

Im LWL-Römermuseum in Haltern am See können Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen und Blinde das Alltagsleben in den Römerlagern an der Lippe tastend erforschen. Bei diesem Programm wird ausschließlich mit Objekten gearbeitet, die ertastet und teilweise benutzt werden können – zumeist materialgerechte Nachbildungen, aber auch einzelne Originale. Die Teilnehmer erproben Marschgepäcke der Legionäre, römische Ausrüstung und Bewaffnung, mahlen mit einer Handmühle Mehl und treffen sich in einem Lederzelt, das bereits im praktischen Einsatz erprobt wurde. Es wird um eine telefonische Anmeldung gebeten.


Hamburg

Das klingende Museum

In Hamburg und Berlin gibt es Das klingende Museum, wo alle Musikinstrumente angefasst und ausprobiert werden können. Großer Spaß und viel zu lernen für Kinder. Freundliches Personal.

Hamburger Kunsthalle

Die Hamburger Kunsthalle bietet neben einem speziellen Audioguide für Blinde auch sehr häufige Veranstaltungen und Führungen besonders für blinde und sehbehinderte Kinder. Dabei gibt es zahlreiche Tastwerke und Werke zum Tasten. Wir freuen uns über Erfahrungsberichte!


Herne

LWL Museum für Archäologie

Das LWL-Museum für Archäologie in Herne bietet die Standardführungen durch die Dauerausstellung und die aktuelle Sonderausstellung immer auch für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen und Blinde an. Dabei stehen die Objekte im Vordergrund, die berührt und abgetastet werden können. Ferner arbeiten wir mit einer großen Zahl von Repliken, deren Pendant in der jeweiligen Ausstellung im Original zu finden ist. Bitte vereinbaren Sie telefonisch einen Termin! Grundsätzlich ist es so, dass das Angebot der Museen für blinde Menschen (nach einer telefonischen Anmeldung) jederzeit gebucht werden kann. Zusätzlich werden in unregelmäßigen Abständen öffentliche (also kostenlose) Führungen in den Museen angeboten. Die Termine dafür werden in den Veranstaltungskalendern der Museen vorgemerkt.


Hildesheim

Roemer-Pelizaeus Museum Hildesheim

ermöglicht in der Dauerausstellung „Museum der Sinne“ einen inklusiven Zugang für alle zu Themen der Kultur- und Erdgeschichte.


Leipzig

Stadtgeschichtliches Museum

Das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig hat für blinde BesucherInnen einiges im Angebot und baut dies ständig aus. Es werden viele Reliefs von Sehenswürdigkeiten, Tast- und Themenwagen, ein Buch mit Bildungen und mehr geboten.

Grassi Museum für Völkerkunde

Grassi Museum für Völkerkunde zu Leipzig. In den Ausstellungen befinden sich ca. 100 tastbare Originalobjekte. Es sind große und kleine Gegenstände aus den verschiedensten Bereichen einer Kultur. Material und Herstellung entsprechen der jeweiligen Nutzung in dieser Kultur. Beschriftung in Braille und Übersichtsreliefs vorhanden.



Mainz

Landesmuseum

Einen schönen Begriff nutzt das Landesmuseum Mainz für die blindenfreundlichen Exponate: Hands-on: „Begreifbare Objekte“, sog. „Hands-On“ bieten einen direkten Zugang zu ausgewählten Exponaten. Tast- und Riechsinn werden angesprochen. Für Blinde und Sehbehinderte steht eine beschreibende (audiodeskriptive) Führung auf den Audioguides zur Verfügung. Diese Audiodeskriptionen beziehen sich auf ausgewählte Kunstwerke, aber vor allem auf die „Hands-On“. Das Aufsichtspersonal des Landesmuseums ist geschult, die sehbehinderten Besucher zu den Objekten zu begleiten.


Münster

LWL Museum für Naturkunde

Absolut beispielhaft: Inklusive Ausstellung im LWL-Museum für Naturkunde in Münster „Leben in der Dunkelheit“. 

Blinde und Sehbehinderte können sich – neben allen anderen Besuchern – über die 100 Tastmodelle an 33 Taststationen, acht Hörstationen, den Audioguide und mittels Braille-Schrift durch die Ausstellung bewegen. Jeder Besucher, egal ob alt oder jung, mit oder ohne körperliche Einschränkung, kann sich in der Ausstellung für seine Bedürfnisse etwas heraussuchen. Beispielsweise können Kinder anhand der allein 51 Medienstationen oder den zwei Riechstationen durch die Ausstellungen gehen.


Nürnberg

Frauenkirche

Rundgang durch die Nürnberger Frauenkirche. Verschiedene Tastreliefs mit Grundriss, Ansichten und wichtigen Details der Kirche unterstützen die Erläuterungen. Begleitpersonen und Blindenhunde sind ebenfalls herzlich willkommen. Ansprechpartner: Erika Schwarzer, Tel: 0911 / 9401285, E-Mail: erika.schmidt@st-elisabeth-nuernberg.de


Oberbayern

Freilichtmuseum Glentleiten des Bezirks Oberbayern 

Im März wurde das sogenannte „Wagnerhäusl“, ein Kleinanwesen aus dem Landkreis Rosenheim, als Haus zum Hören, Fühlen und Begreifen wiedereröffnet. Die umfassende Neupräsentation richtet sich gleichermaßen an blinde, sehbehinderte und sehende Besucherinnen und Besucher.
Das Freilichtmuseum Glentleiten des Bezirks Oberbayern ist das größte Freilichtmuseum Südbayerns. Es ermöglicht umfassende Einblicke in den ländlichen Alltag der Menschen Oberbayerns, in ihre Baukultur und Arbeitswelt. Mehr als 60 original erhaltene Gebäude sind samt ihrer Einrichtung inmitten einer nach historischen Vorbildern gepflegten Kulturlandschaft wieder aufgebaut.
Die Präsentation des „Wagnerhäusls“ gliedert sich in vier Bereiche. Während im Wohnteil ausgesuchte Themen des Alltagslebens aufbereitet sind, beinhaltet der Wirtschaftsteil eine Wagnerwerkstatt im ehemaligen Stall und im Stock darüber eine Hör-Ausstellung mit Lebensgeschichten blinder und sehbehinderter Handwerker einst und jetzt. Anschließend lädt eine Entdeckerwerkstatt Kinder ein, selbst aktiv zu werden.
Alle Informationen können sowohl von sehbehinderten und blinden als auch von sehenden Menschen erfasst werden. Sämtliche Gegenstände im Wagnerhäusl sind zum Anfassen freigegeben. Hands-on-Angebote, Hörstationen, ein tastbares Hausmodell, ein kontrastreich gestalteter Handlauf, taktile Grundrisspläne und Texttafeln in Punkt- und Profilschrift komplettieren das inklusive Vermittlungskonzept. Dieses beruht auf dem sogenannten „Zwei-Sinne-Prinzip“, wonach mindestens zwei Sinne angesprochen werden müssen. Barrierefrei zugängliche Informationen auf der Homepage finden Sie unter http://www.glentleiten.de/inklusion.

Wir bieten Führungen für blinde und sehbehinderte Besuchergruppen an. Gerne beraten wir Sie persönlich.
Geöffnet ist das Freilichtmuseum Glentleiten von 19. März bis 11. November, Dienstag bis Sonntag von 9.00 – 18.00 Uhr. Von Juni bis einschließlich September sowie an Feiertagen und Kirchweih ist auch montags geöffnet. Im Winter ist das Freilichtmuseum geschlossen.


Paderborn

Museum in der Kaiserpfalz

Im Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn vermittelt das Programm einen Eindruck von der Paderborner Königspfalz des 11. Jahrhunderts. Um das Leben am Hof der mittelalterlichen Könige in Paderborn zu verdeutlichen, stehen den Besuchern originale Objekte und aufwändig gearbeitete Nachbildungen mittelalterlicher Alltagskultur zum Ertasten zur Verfügung. Ein begreifbares Modell macht die außergewöhnliche Architektur der 1000 Jahre alten Bartholomäuskapelle verständlich. Mit einem von Weihrauch begleiteten Besuch der Kapelle schließt der Rundgang durch das Museum. Es wird um eine telefonischen Terminvereinbarung gebeten.


Trier

Stadtmuseum Simeonstift

»Das Stadtmuseum Simeonstift ist ein Ort, der seinen Besuchern die Stadtgeschichte Triers anschaulich erzählt. Für Sehbehinderte und Blinde war es bislang besonders schwierig, die Geschichte der Stadt im Museum zu erfassen. Die Anzahl an Menschen mit einer Sehbehinderung nimmt stetig zu. Gerade durch den demografischen Wandel gibt es immer mehr Betroffene der Altersblindheit. Hinzu kommen Menschen, die von Geburt an sehbehindert sind oder durch Unfall oder Krankheit ihr Augenlicht verloren haben. Auch diese Menschen haben ein kulturelles Interesse, weshalb ihnen die Geschichte Triers im Stadtmuseum Simeonstift nicht vorenthalten werden darf. In Kooperation mit der Hochschule Trier wurde ein Konzept entwickelt, dass die wichtigsten Exponate aus der Stadtgeschichte mittels Einsatz verschiedener Medien so erweitert, dass sie auch für Blinde erlebbar werden.

© Stadtmuseum Simeonstift Trier

Taktiles Modell mit Punkt- und Pyramidenschrift (Foto: © Stadtmuseum Simeonstift Trier)

Ziel war es, durch crossmediale Erweiterung wichtiger Exponate das „hinter Glas Problem“ zu umgehen, um auch blinden bzw. sehbehinderten Museumsbesuchern die Stadtgeschichte Triers auf ansprechende Art und Weise zu vermitteln. Es wurden Audiodeskriptionen verfasst, die die Objekte für sehbehinderte Menschen aufbereitet beschreiben. Die Audiodateien können über ein nahezu bedienfreies System mittels NFC-Technik abgerufen werden. Es wurden Tastmodelle, Replikate, Reliefs und Schwellkopien konzipiert und angefertigt, um den Besucher ohne oder mit eingeschränkter Sehfähigkeit ausgewählte Exponate begreifbar zu machen.

© Stadtmuseum Simeonstift Trier

Alles tastbar! Taktile Pyramidenschrift und Punktschrift (Foto: © Stadtmuseum Simeonstift Trier)

Die Objekte und Materialien zur Stadtgeschichte sind in drei Rollwagen in den Räumen der stadtgeschichtlichen Dauerausstellung präsentiert und für jedermann zugänglich.

Mit diesem Schritt erreicht das Stadtmuseum einen großen Zugewinn in Bezug auf die Barrierefreiheit. Dabei ist zu erwähnen, dass nicht alle crossmedialen Erweiterungen der Exponate alleine für den blinden Besucher interessant sind, sondern auch für sehende Besucher einen Mehrwert bieten.

Einsatz finden die Rollwagen im Rahmen von gebuchten oder öffentlichen Führungen für blinde und sehbehinderte Besucher. Das crossmediale Konzept richtet sich aber auch an blinde bzw. sehbehinderte Individualbesucher, die das Museum mit einer sehenden Begleitperson besuchen und ist auch für Kinder geneignet. Die Begleitperson übernimmt die Rolle des Museumsführers.«

© Stadtmuseum Simeonstift Trier

Barrierefrei! Mobile Wagen im Einsatz (Foto: © Stadtmuseum Simeonstift Trier)


Wolfsburg

phæno

In Wolfsburg steht das phæno – die Welt der Phänomene. Zum Staunen, Experimentieren und Lernen für Jung und Alt. Lassen Sie sich auf ca. 9.000 m² von Ihrer Neugierde treiben und suchen Sie sich Ihren ganz eigenen Weg zum besseren Verständnis der Welt!


 

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4 Kommentare zu Museen mit Angebot für Alle – Inklusive Ausstellungen

  1. Juliane May sagt:

    Vielleicht wäre das noch ein Tipp, er ist nicht groß, aber im Frühjahr super schön und er duftet richtig gut.

    http://www.blindengarten-bremen.de

    Herzliche Grüße… Juliane

  2. kathrin Berschet sagt:

    Hallo liebe Nutzer,

    in Frankfurt am Main gibt es das Museum für und von blinden und allen die mal erleben wollten wie ein blinder sich orientiert. Ein Essen im Dunkeln ist auch möglich. Es heißt Dialog im Dunkeln.

  3. Das Kunstmuseum Bayreuth bietet inklusive Führungen. Mit Tastobjekten, Tastkopien und einem taktilen Grundriss richtet sich dieses Angebot an blinde, sehbehinderte und sehende Besucher gleichermaßen. Die Führungstermine werden unter anderem im Newsletter des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes veröffentlicht. Bei Interesse am Kunstmuseum Bayreuth und seinem inklusiven Angebot erfahren sie mehr unter der Rufnummer 0921 7645310.

  4. Katrin Topuksöker sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich wohne in Wetzlar, der Stadt der Optik. Hier gibt es ein Dunkelkaufhaus, die Möglichkeit für Sehende durch die Erfahrung des Blindseins ihre Sehfähigkeit zu schätzen. Das ist schön. Doch ich dachte mir: wie schön wäre es wenn Blinde eine Kunstausstellung erfahren könnten – z.B. die beeindruckenden Photografien von Giles Dulay. Mir kam die Idee, ob man nicht eine Art elektronischer Bilderrahmen schaffen könnte, mit einer akustischen Maus verbunden mit einer Software, die die zu sehenden Gegenstände mit einem Klicksonarton verbindet. Für den Monitor könnte man die neuen Möglichkeiten des „3D Drucks“ – einer Umwandlung von Lichtsignalen in räumliche Strukturen- nutzen, nur dass es ein Stoff sein müsste, der sich nicht bleibend verändert, sondern nach der Berührung in die alte Form zurück findet. So könnte ein Blinder über einen Bildschirm streichen um einen ersten Grobeindruck des abgebildeten Raumes zu erhalten. Ich würde mich freuen, wenn es durch diese Idee einmal wirklich in Wetzlar – und natürlich auch anderswo- ein Museum für Blinde geben könnte, Blinde eine größere Teilhabe auch an der virtuellen Welt hätten und Kinder auch am PC die Klicksonarorientierung üben könnten.
    Mit freundlichen Grüßen
    Katrin Topuksöker

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