Das deutsche Bildungssystem ist schlecht für fast alle Kinder

Wenn man über Bildungschancen nicht nur als Worthülse spricht, muss man sehen, dass man in Deutschland grundsätzlich über ein sehr veraltetes Bildungssystem spricht und über eines der rücksichtslosesten Systeme, das auf Elitenbildung optimiert ist. 

Das dreigliedrige Schulsystem basiert auf der Idee der Aussortierung; und Vielfalt ist in diesem System der  Sand im Getriebe. 

Unser Schulsystem ist ausgerichtet auf die Idee eines Normkindes – und jedes Kind, das langsamer, schneller, kreativer oder ungeschickt, inselbegabt oder sinneseingeschränkt ist, kann viele seiner individuellen Begabungen nicht einbringen, da sie ggf. nicht abgefragt oder bewertet werden. Andererseits werden Leistungen abgefragt, für die nicht jedes Kind eine körperliche oder geistige Voraussetzung mitbringt. („Wenn man einen Fisch danach beurteilt, ob er auf einen Baum klettern kann …“) 

Anders gesagt, die abgefragten Leistungen bilden nicht das unglaubliche Potenzial ab, das in den Kindern steckt. Im Gegenteil, wer nicht ins Standardraster passt, kann oft keinen (höheren) Schulabschluss machen. 

      • Wie viele Talente bleiben auf der Strecke, weil sie z.B. nicht gut rechnen können aber Sprachgenies sind!? 
      • Wie viele Kinder werden ausgeschlossen, weil sie wegen körperlicher oder Sinneseinschränkungen auf einer Regelschule nicht willkommen sind!?  
      • Warum werden die Behinderungen durch bauliche Gegebenheiten oder normgebundene Lehrer auf dem Rücken der Kinder ausgetragen? Es sind nicht die Behinderungen der Kinder es sind architektonische- oder System-Behinderungen.

Freie Schulwahl ist daher für sehr viele Kinder nicht gegeben. 

Mit der Behauptung, es diene dem Wohl der Kinder

  • sollen z.B. blinde Grundschüler aus Dresden in Chemnitz ohne Eltern aufwachsen. 
  • sollen z.B. blinde Mittel- und Oberschüler ohne Eltern nach Marburg ziehen. 
  • sollen z.B. rollstuhlfahrende Schüler mehrere Stunden pro Tag umhergefahren werden. 

Wo bleibt deren Recht auf Kindheit und guter, wohnortnaher Bildung? 

Ich befürchte, dass über 50% der Kinder im deutschen Schulsystem eingeschränkte Bildungschancen haben. Wir müssen in Deutschland das Bildungssystem reformieren. Vom Kindergarten bis zum Abschluss!

Die Vielfalt der Kinder ist die Norm und nicht das Normkind. 

Vor 60 Jahren hat die Wirtschaft genormte und an einer einzigen Skala vergleichbare Abschlüsse gefordert, heute fordert sie Individualisten.  Aber die lassen wir in der Vorbereitung aufs Leben, in unserem Bildungssystem nicht zu. Wir lassen sie sogar zurück. In der Wirtschaft werden mit viel Inszenierung und Kosten innovative Kreativitätsmethoden angewandt, um die verschüttete und aberzogene Kreativität und offenes Denken zu entwickeln, was in der Schule mit Auswendiglernen als Selbstzweck aberzogen wurde. 

Gebt den Individuen ihren Raum zurück und sowohl im wirtschaftlichen als auch im gesellschaftlichen Miteinander wird sich vieles zum Besseren entwickeln.  

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